Liebe Blumen- und Pflanzenfreunde,
Orchideen erobern unsere Herzen und unsere Wohnungen. Dies setzt sich auch in 2010 ungebrochen fort. Für Orchideen finden wir immer neue Superlative, die unsere Liebe und Bewunderung für diese Pflanzen wiedergeben
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- Wunder der Evolution
- Königin unter den Zimmerpflanzen
- Juwelen der Natur
- Die vollkommene Schönheit
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Deshalb ist auch nicht verwunderlich, dass die für dieses Jahr erstellte positive Verkaufszuwachsprognose von AMI (Agrarmarkt Informationsdienst) aufgrund der derzeitigen guten Konjunkturdaten und dem guten Konsumklima sicher noch deutlich übertroffen werden wird.
Orchideen sind ein Kassenschlager
Begünstigt werden die Wachstumswerte durch immer größere, schönere und Artenvielfalt reichere Orchideen Präsentationen in den Blumen- und Garten Fachmärkten, als „Fest für die Sinne“ und damit unwiderstehlich für Orchideen Liebhaber,
| .. aber im Besonderen auch durch die vielfältigen Aktionen mit Sonderpreisen in Gartenmärkten, bei Lebensmittel Ketten und bei Discountern, die sehr große Verkaufszahlen produzieren, aber auch für sinkende Durchschnittsverkaufspreise sorgen, so dass unter dem Strich ein deutlicher Mengenzuwachs bei weniger starkem Umsatz Zuwachs zu Buche stehen dürfte. |
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In 2009 wurden in Deutschland ca. 400 Millionen Euro für blühende Orchideen Topfpflanzen ausgegeben.
Dies sind 32 Prozent am Markt für blühende Pflanzen > mit steigender Tendenz.
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Der AMI (Agrarmarkt Informationsdienst)ermittelte, dass eine Orchideen Topfpflanze im Durchschnitt 8,63 Euro kostete;somit wurden bei uns in 2009 ca. 45,6 Millionen Orchideen im Topf verkauft.
Hiermit hat in 2009 im Durchschnitt jeder deutsche Haushalt zwei blühende Orchideen gekauft.
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Für 2010 und darüber hinaus wird mit weiter deutlichen Mengen- und Umsatz Zuwächsen bei Orchideen gerechnet, was für die Produktionsplanungen der Orchideen Züchter und Zuchtbetriebe eine große Herausforderung darstellt.
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Für Orchideen gilt:
Klonen erlaubt und erwünscht!
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Foto: LOZ
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„Klonen“ hat seit einigen Jahren durch fragwürdige Wissenschaften mit moralisch umstrittenen Verfahren (Schlagzeilen von Klonversuchen mit Schafen und Embryonen in der weltweiten Presse) eine negative Bedeutung bekommen und wird deshalb heute vielfach als Spott- und Schimpfwort missbraucht. Niemand möchte gerne das Gefühl haben, einer Täuschung zu erliegen.
Der Begriff Klonen (vom griechischen klon: Zweig, Schössling) bezeichnet die natürliche oder künstliche Entwicklung genetisch identischer Zellen oder Organismen. Beim Klonen wird also eine Kopie eines Individuums hergestellt, die genetisch zu 100 Prozent mit dem Original übereinstimmt.
Dass wir immer schon in einer Klon-Welt leben, ist uns dabei selten bewusst: Rings um uns grünen und gedeihen die Klone. Denn: Pflanzen sind Klonkünstler – bei Kulturpflanzen hat das Klonen eine lange Tradition.
Denn Pflanzen sind keine Individuen, im Gegenteil: Sie sind teilbar, wie jeder schon erfahren hat, der sich Ableger von einer Pflanze gemacht hat.
Dabei entstehen genetisch identische Kopien der Mutterpflanze – Klone. Bei Orchideen nennt man dies die Meristemvermehrung, die Vermehrung der Pflanzen aus einer einzelnen Zelle (Meristem ist die Bezeichnung für die teilungsbereiten Zellen in den Sprossspitzen) oder InVitro-Kultur (im Glas).
Dass wir in 2010 in der Lage sind, ca. 50 Millionen blühende Orchideen Topfpflanzen verkaufen zu können, verdanken wir dem industriellen Klonen von Orchideen, das seit 1960 besteht. Erst hierdurch konnte aus einer Pflanze für „betuchte“ Menschen, eine bezahlbare Pflanze für jeden werden und damit auch ein immenser Markt entstehen.
Diese Entwicklung hängt mit zwei Fortschritten zusammen. Zunächst hat man gelernt, dass die Orchideen Samen einen Pilz benötigen, um auszukeimen. Danach ist es im Labor gelungen, aus einigen wenigen Zellen wieder komplette Pflanzen zu regenerieren.
Der Vorteil: Man erhält hierbei eine Vielzahl identischer Pflanzen. Sie gleichen der Mutterpflanze. Von dieser werden Gewebestückchen entnommen, die dann im Labor geteilt werden. Aus jeder Zelle entsteht eine neue Pflanze und so können in einem Orchideen Zuchtbetrieb im Jahr durchaus Hundert Tausend Hybriden Pflanzen entstehen.
Auf diese Art werden große Mengen an identischen Orchideen erzeugt, die als Schnittblumen und als Topfpflanzen in Gärtnereien, Baumärkten,Gartencentern und im Pflanzen Versandhandel erhältlich sind. Durch diese riesige Anzahl sind meristemvermehrte Orchideen relativ preiswert geworden.
Mitunter ist das Klonen aber auch die einzige Möglichkeit, seltene Orchideen zu vermehren. So entstehen zum Beispiel aus einer prämierten und damit wertvollen einzigartigen Pflanze viele tausend identische Nachkommen, die den gleichen Namen wie die Mutterpflanze tragen dürfen.
Brauchen Orchideen noch Sex zur Vermehrung?
Pflanzen müssen nicht auf Sex zurückgreifen, um sich zu vermehren. Auch ohne Zutun eines Gärtners bilden Pflanzen häufig genetisch identische Kopien von sich selbst, was man als vegetative Vermehrung bezeichnet.
Foto: Seramis
Wenn aber die Vermehrung durch Klonen so erfolgreich ist, warum gibt es dann überhaupt noch Sexualität bei Pflanzen, bilden sich Blüten, Samen und Früchte? Pflanzen in der Natur können nur mit Hilfe von Sexualität ihr Erbgut durchmischen oder größere Entfernungen mit Hilfe von Insekten und Vögeln überwinden. Sexualität sichert ihnen neue Eigenschaften und Resistenz gegen Krankheitserreger.
Orchideen sind hierbei sehr kreativ und haben viele Tricks auf Lager, um Insekten als Pollenkuriere zu gewinnen und damit ihren Fortbestand zu sichern. Einige Orchideen haben Ähnlichkeit mit Weibchen von Bienen und Wespen und verführen hierdurch liebesbereite Insektenmännchen zum Sex und nehmen hierbei Pollen auf, die diese bei der nächsten Blüte wieder abstreifen und somit eine Bestäubung erreichen. Andere (z.B. das kleine Knabenkraut) locken mit verführerischem Parfümduft und überlisten Bienen auf der Suche hiernach in ihren Blütenkelch zu fallen und ihre Pollen aufzunehmen.
So hat neben der industriellen Vermehrung, auch die natürliche Orchideen Vermehrung eine wichtige Bedeutung.
Ein neuer Trend beunruhigt die Naturschützer und fordert die Orchideen Zuchtbetriebe –
Der Wunsch nach Freiland-Orchideen (Erdorchideen) Haltung
In Europa erfreuen sich zwei Erdorchideen-Arten der Gattungen Dactylorhiza (Kanabenkräuter) und Cypripendium (Frauenschuh) sehr großer Beliebtheit. Um ihre und andere Vorkommen zu schützen, gibt es seit 1989 in Deutschland “Arbeitskreise Heimische Orchideen” (AHO), die gemeinsam jährlich eine Orchidee des Jahres küren. Für 2010 ist dies der “Europäische Frauenschuh” [Cypripedium calceolus L.], der zweifellos zu den attraktivsten Orchideen in Deutschland gehört.
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Frauenschuh Orchideen bei Kreuth am Tegernsee.
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Nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der EU ist “Cypripedium calceolus L” europaweit geschützt. Deutschland gehört zu den Hauptverbreitungsgebieten und hat damit eine besondere Verantwortung für dessen Erhaltung. Als Pflanze mit besonderen Lebensraumansprüchen wird der Frauenschuh häufig als Symbol für gefährdete Natur und die Notwendigkeit von Arten- und Biotopschutz herangezogen. In allen Bundesländern, in denen er vorkommt, steht er auf der Roten Liste und ist meist als stark gefährdet eingestuft.
Trotz dieses Schutzes und der Betreuung durch die AHO ist die Populationen sehr gefährdet, durch illegale Ausgrabungen sogenannter “Orchideen Liebhaber”, die diese für ihren eigenen Garten haben möchten, aber auch durch Naturfreunde, die beim Fotografieren die kaum sichtbaren Jungpflanzen beschädigen oder zertreten, weiterhin auch durch die Abnahme des natürlichen Lebensraums durch die Aufgabe traditioneller Waldnutzungsformen.
Foto: Bock Bio Science
Es besteht heute ein großer Wunsch nach eigener Erdorchideenhaltung bei Orchideen Liebhabern. Gartenfachmärkte möchten diese im großen Maße in ihrem Sortiment anbieten. Hiermit kann auch verhindert werden, dass Orchideen heimlich in der Natur geräubert werden. Das Problem war, Frauenschuh Orchideen kann man nicht wie Hybriden, sondern nur auf natürlichem Wege vermehren. Dies ist eine komplizierte, langwierige Prozedur für Pflanzenzüchter, auch mit hohen Ausfallverlusten.
Durch von der EU und dem Bundesministerium geförderten Forschungsprojekten mit Universitäten ist es zwischenzeitlich gelungen, Frauenschuh Orchideen mit Labortechniken zu klonen und damit als Zierpflanzen für den Garten zu bekommen. Die Basis für eine Massenvermehrung ist geschaffen und damit auch für attraktive Verkaufspreise.
Viele Orchideen Zuchtbetriebe planen oder erzielen bereits sehr große Aufzucht Erfolge, die bis in Hunderttausende Neupflanzen gehen. Die Presse nimmt auch gerne dieses Thema auf, betrifft es doch fast jeden Deutschen als Pflanzen Liebhaber. So betiteln die Stuttgarter Nachrichten am 23.09.2010 einen Artikel “Des Züchters grenzenlose Lust an der Fortpflanzung” über Paul Pfinder, der von sich sagt, er mache Sex im Garten und rechnet dabei mit etwa 250.000 Nachkömmlingen im Jahr.
Diesen und einige andere Artikel zur komplizierten Vermehrung in Pflanzenlabors und den Erfolgen hierbei findet ihr unter:
http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.des-zuechters-grenzenlose-lust-an-der-fortpflanzung.b32e6d5c-f8ff-4ed6-b969-889994fcf51e.html
http://www.cypripedium.de/Deutsch/deutsch.html
http://www.biotechnologie.de/BIO/Navigation/DE/Foerderung/foerderbeispiele,did=109226.html
www.bockbioscience.com
http://www.pressedienst.bremen.de/sixcms/detail.php?gsid=bremen183.c.2879.deSchulen
Somit hat sich wohl auch die Frage beantwortet: Wer singt das Lied von Max Raabe “Klonen – kann sich lohnen” mit. Bei den rosigen Wachstumsaussichten sicher viele Orchideen Zuchtbetriebe und der Pflanzenhandel. Gut so!!
Das Thema Orchideen Vermehrung ist auch für Pädagogen interessant – Schulen greifen das Thema Naturschutz für Orchideen auf. Beispiel: “Schülerinnen klonen Orchideen”
Schülerinnen der “Höhere Bundeslehranstalt für Landwirtschaft, Ursprung” bei Salzburg entwickelten in einer Projektarbeit eine ungewöhnliche Methode, um zur Erhaltung der Artenvielfalt bei heimischen Orchideen beizutragen. Mit Unterstützung von Experten vermehrten sie im schuleigenen Labor die bedrohte Frauenschuh Erdorchidee mit modernsten biotechnologischen Techniken. In Zell- und Gewebekulturen entstanden dabei aus wenigen einzelnen Zellen und Pflanzenteilen eine unbegrenzte Zahl von neuen Pflänzchen.
Dieses Projekt hatte, neben den sehr guten Ergebnissen, auch einen hohen pädagogischen Wert, da die Eigenverantwortung und das Teamverhalten der Schülerinnen stark gefördert wurde. Das komplette Projekt kann angeschaut werden unter: http://www.ursprung.at/ursprung/projekte_extern/orchideen/laborprotokoll.html
Das Projekt Video zeigt, wie wissenschaftlich die Schüler hierbei vorgehen:
http://www.facebook.com/video/video.php?v=168090009881913&ref=mf
Ich hoffe, liebe Orchideen Freunde, dass mit den neuen Massenvermehrungstechniken für Orchideen, alle eure Wünsche nach einer neuen wunderbaren Orchideen Schönheit – sei es für die Wohnung oder winterhart für den Garten – erfüllt werden können und uns die Schönheiten in der Natur erhalten bleiben. Wie in dieser Diaschau sehr schön dargestellt
Herzlichst, euer Charles