Sterben in einer Blüte – ein “schöner Tod”?
30. Juni 2012
Liebe Pflanzenfreunde,
da der Tod etwas unabwendbares ist, wünschen wir uns insgeheim “einen schönen Tod”, wenn er nicht mehr abwendbar ist. Die Vorstellungen, wie solch ein schöner Tod aussehen könnte, sind vielfältig.
Im Tier- und Pflanzenreich geht es permanent ums Überleben und hierzu gehört auch das Töten anderer Lebensformen. Bei der Betrachtung der schön blühenden Margerite stoßen wir unverhofft auf einen solchen Todeskampf. Für die Fliege unabwendbar, könnte man doch sagen, sie stirbt “einen schönen Tod”, der sie beim Nektarfassen auf einer Blüte überrascht.
Unser Margerite auf der Terrasse ist nach dem Kauf stark gewachsen und hat unzählige Blüten bekommen. Alle paar Tage gilt es, die Verblühten zu entfernen, um Platz für neue Neue zu schaffen. Hierbei entdeckten wir wieder durch Zufall eine kleine weiße Spinne auf Beutezug auf einer Blüte.
Wir mussten schon zwei Mal hinschauen, bevor wir verstanden, warum sich die Fliege auf der Margeritenblüte nicht mehr bewegen konnte. Sie war von einer “weißen Krabbenspinne” überrascht worden, die – perfekt getarnt – auf der Blütenrückseite auf ihr Opfer wartete. Ist das nicht ein schöner Tod für eine Fliege?
Veränderliche Krabbenspinne (Misumena vatia)
Sie ist eine geradezu hübsche Spinne, die in einer romantisch-schönen Umgebung zu finden ist: meist sitzt sie auf Blüten.
Sie lauert dort Insekten auf, die Nektar und Pollen sammeln und beschert den Besuchern eine tödliche Überraschung: Sobald das Opfer nahe genug herangekommen ist, schlägt sie ihre Giftklauen hinein, die zwischen den kurzen, schlanken Tastern auf den dicken Fortsätzen an der Unterseite des Kopfes sitzen. Mit ihnen injiziert sie das für das Insekt tödliche Gift.
Sie ist in der Lage, die Körperfarbe an die jeweilige Blütenfarbe anzupassen. Allerdings sind zu diesem Farbwechsel nur adulte Weibchen befähigt. Der Farbwechsel wird dabei über den Gesichtssinn gesteuert. Bei den Weibchen variiert die Färbung des gesamten Körpers zwischen leuchtend gelb, gelbgrün und weiß. Die Seiten des Hinterkörpers tragen häufig zwei rote Längsstreifen.
Die Verwandlungskünstlerin
Fotos: Wikipedia
Ganz ehrlich, ich bin froh, nicht in dieser Mikrowelt zu leben und einen schönen Tod stelle ich mir anders vor.
Herzlichst, euer Charles
Quellen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Ver%C3%A4nderliche_Krabbenspinne / http://www.arthropods.de/arachnida/araneae/thomisidae/misumenaVatia01.htm











So grausam es aussieht – auch das ist Natur. Man kann es jeden Tag im Garten entdecken und es ist faszinierend. Aber wie schön ist es dann auch sich an der Blütenpracht und das Wachsen in der Natur zu erfreuen.