Meine Orchideen sind verblüht – was soll ich tun?
13. September 2010
Liebe Blumen- und Pflanzenfreunde,
an vielen Orchideen Rispen stellen wir fest, dass die Zeit der wunderschönen, verschiedenartigen Blüten vorbei ist und nur noch wenige grüne Blätter im Topf vorhanden sind. Auch wenn die Orchideen beim Kauf noch viele geschlossene Blütenknospen hatten, sind auch diese irgendwann mal verblüht. Die Frage stellt sich. Soll ich die verblühte Pflanze behalten und auf neue Blüten warten, oder kaufe ich eine neue, schön blühende Orchidee?
| traurig auf der Fensterbank |
Unser Ratschlag: Orchideen bitte nicht wegwerfen!
Die am meisten gekaufte Gattung Phalaenopsis ist besonders pflegeleicht, wenig anspruchsvoll und kann ohne weiteres wieder zum Blühen gebracht werden. Dies gilt aber auch für fast alle anderen Orchideen Gattungen.
Oft bilden sich bereits nach einigen Wochen einzelne Blütenknospen an der Stängelspitze. Für die Entstehung einer neuen Blütenrispe mit mehreren Knospen, schneidet man den Stil oberhalb des dritten oder vierten Stielknotens (Nodium) ab, so können sich nach etwa drei Monaten neue Seitentriebe entwickeln.
Beginnen die abgeblühten Stiele aber braun zu werden, sollte man sie um zwei Drittel zurück schneiden. In diesem Fall ist etwas mehr Geduld erforderlich, denn das Nachwachsen neuer Blütenrispen kann einige Monate dauern. Etwas beschleunigen lässt sich der Neuaustrieb, wenn die Orchidee einen optimalen Standort erhält. Ein Ost- oder Westfenster das hell, aber nicht vollsonnig ist, wäre der beste Platz und Temperaturen über 22°C mag die tropische Schönheit überhaupt nicht.
Während der Blühpause bitte nur sehr mäßig gießen. Das Substrat kann ohne schlechtes Gewissen auch einmal für kurze Zeit ganz austrocknen. Sobald sich die ersten Blütenstiele und Knospen ankündigen, benötigen die Pflanzen regelmäßig Wasser, wobei es nicht zu Staunässe kommen darf. Orchideen mögen am liebsten reines Regenwasser, das keinen Kalk enthält und so den niedrigen pH-Wert des Substrats nicht negativ beeinflusst. Spezielle Orchideendünger, z.B. von Seramis, sind auf die salzempfindlichen Pflanzen abgestimmt und fördern die Blütenbildung.
Ein zu kleines Pflanzgefäß kann die Blütenbildung verhindern. Wenn bereits viele Wurzeln aus dem Topf quellen, solltet ihr eurer Phalaenopsis eine neue Behausung gönnen, etwa drei Zentimeter breiter. Das neue Gefäß muss nicht unbedingt durchsichtig sein, denn Malaienblumen kommen mit den überirdisch wachsenden Wurzeln zurecht. Darum sollten nach dem Umtopfen immer einige der vorher ebenfalls außen wachsenden Wurzeln überhängen; abgestorbene Wurzeln werden entfernt.
Sollte die Phalaenopsis trotz Beherzigung aller Punkte nicht blühen wollen, hilft ein kleiner Trick: Wenn die Nachttemperatur sechs Wochen lang 16°C nicht überschreitet, wird die Orchidee zum Blühen angeregt.
Wenn ihr also bereit seid, ein wenig Geduld und Arbeit in die exotischen Blütenwunder zu investieren, werdet ihr mit vielen neuen Knospen belohnt.
Viel Erfolg wünscht euch Charles
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