Pflanzenklappe rettet mehr als 170 Blumen
Liebe Blumen- und Pflanzenfreunde,
ich habe mal nachgeforscht, was aus der im Februar 2009 publizierten Pflanzenklappe geworden ist.
Die weltweit erste «Baby-Klappe» für ungeliebte Pflanzen hat in Deutschland bisher mehr als 170 Bäumchen und Blumen vor einem Ende in der Mülltonne gerettet. Zur Saison 2009 des Kunstprojekts «botanoadopt» zog Mit-Initiatorin Haike Rausch eine Erfolgsbilanz. Es gebe einen deutlichen Bedarf an Pflanzenklappen, sagte sie der dpa in Münster. 80 der Findlinge seien bereits adoptiert worden. Die Aktion hatte im Februar 2009 im Künstlerdorf Schöppingen begonnen. Inzwischen steht die Klappe in Frankfurt/Main.

Im Winter war die Pflanzenklappe wegen der Minusgrade geschlossen. Aber jetzt, im Frühjahr 2010, ist sie wieder geöffnet und es wird, auch aufgrund der Medien Bekanntmachungen, mit einem großen Anklang bei Pflanzenhaltern gerechnet.
Hier zwei von vielen dpa Presse Beiträgen zu der Pflanzenklappe Aktion:
Wie sag ich’s meiner Blume?
“Die Sukkulente Karla hat einen Hang zum Subversiven. Neben ihr steht die Elefantenfußpflanze Makabu, die als illegaler Einwanderer nach Europa kam. Beide haben einiges durchgemacht, bevor sie in der Pflanzenklappe des Künstlerduos Haike Rausch und Torsten Grosch abgegeben wurden. “Wir sprechen mit den Pflanzen”, sagt Rausch. Sie päppeln sie wieder auf, finden heraus, welche Musik sie mögen, denken sich Biographien für sie aus. Gestärkt mit neuem Lebenswillen und frischem Grün suchen sie dann ein neues Zuhause.”

“50 Cent” sucht neuen Liebhaber
“Wenn der Hobbygärtner mit seinem grünen Liebling überfordert war, hieß die Endstation oft Mülltonne. Doch nun gibt es das Projekt “botanoadopt”.
Pflanzenkauf ist schon eine verzwickte Sache. Erst ziehen die Blumen den Käufer mit ihrer Blütenpracht in den Bann, während die Verkäuferin dabei subversiv das Gefühl vermittelt, auch ohne grünen Daumen könne man den Ansprüchen dieses Exemplars absolut gerecht werden. Zu Hause kommt dann die Ernüchterung: Die Blüten fallen ab, und die Pflanze lässt sich nur noch depressiv hängen. Es folgen Beschimpfungen und Drohungen, die das Wort „Mülltonne“ enthalten.
Damit dieses Szenario nicht wahr wird, gibt es im münsterländischen Schöppingen das Projekt „botanoadopt“, gegründet von Mitgliedern der Künstlergruppe „431art“. Sie betreiben in Frankfurt am Main eine anonyme Pflanzenklappe, die den Schützlingen von gescheiterten Hobbygärtnern und Freizeitbotanikern eine zweite Blüte in guten Händen ermöglichen soll. Zum Jahreswechsel ist es Zeit, Bilanz zu ziehen: 170 teilweise bis zur Unkenntlichkeit verdorrte Pflanzen wurden im vergangenen Jahr abgegeben. Fast alle erfreuen sich inzwischen wieder bester Gesundheit. Nur eine Palme mit Pilzbefall und ein Bonsai konnten trotz sofort eingeleiteter Mund-zu-Blatt-Beatmung nicht mehr gerettet werden.
„Freies Wachstum für alle Zimmerpflanzen“ – diesen Wahlspruch nimmt die Pflanzenklappe wörtlich. In Botania, dem Kinderdorf für Kakteen und Co. in Schöppingen, werden die adoptierten Sprösslinge aufs Aufwendigste umsorgt. Sie wohnen laut Internetseite in einem „freigeistigen Dorf, in dem Pflanzen aus verschiedenen Herkunftsländern, Gattungen oder Familien zusammenleben“. Alle Botania-Bewohner bekommen sogar Namen und Biografie verpasst. Zurzeit warten unter anderem die Aloe-Pflanze „Feel Good“ und der Pfennigbaum „50 Cent“ auf neue Liebhaber.
„Natürlich sind seltene und hochwertige Pflanzen wie Orchideen, Vanillepflanzen, Duftgeranien und Hibisken begehrter als andere. Aber auch gewöhnlichere Pflanzenarten gehen mit dem richtigen Namen und der Biografie schnell weg“, sagte Rausch. So fand ein Geldbaum namens „Lehman“ bei einem Frankfurter Geldinstitut ein neues zu Hause, die Wüstengewächse „Immendorff“ und „Kurt Ewert“ zogen in die Schweiz und die Vanille „Hubertus“ steht jetzt in Frankreich.”
Ich wünsche den Initiatoren für 2010 Erfolg und den Pflanzen viel “Grünes-Glück” für ein neues Zuhause!
Herzlichst, euer Charles