
Liebe Blumen- und Pflanzenfreunde,
Nach dem sehr zögerlichen Frühjahrsbeginn und den meist noch recht kühlen Tagen hin zum Sommeranfang, werden wir nun durch sehr heißes Wetter mit viel Sonne verwöhnt und sicher teilweise auch überrascht.Hatten wir uns schon auf ein „normales“ Versorgen unserer Pflanzen während der Urlaubsabwesenheit eingestellt, besteht jetzt ein größerer Bedarf an Wasser und schattigen Standorten, damit die Pflanzen uns nach unserem Urlaub wieder gesund begrüßen können. Da noch nicht in allen Bundesländern die Ferien begonnen haben, können viele Pflanzenhalter noch Vorsorge für den Urlaub treffen.
Damit die Bewohner auf Balkon, Terrasse und Fensterbank trotz unserer Abwesenheit nicht den Kopf hängen lassen, haben wir einige Tipps zusammengestellt:
Wie überstehen meine Zimmerpflanzen den Urlaub?

Auf Vorrat Wässern
Alle Pflanzen sollten vor dem Antritt der Reise noch einmal gut gewässert werden. Dabei ist unbedingt darauf zu achten, dass das überflüssige Wasser gut ablaufen kann. Im Außenbereich hilft es, kleine Füße aus Ton unter den Topf, der am Boden ein Loch als Abfluss haben muss, zu stellen – so wird die Pflanze vor dem Ertrinken bewahrt. Bei Zimmerpflanzen einige Minuten warten und überschüssiges Wasser aus Übertopf oder Untersetzer unbedingt wegschütten.
Der Wasserverbrauch der Pflanzen ist immer abhängig von ihrem Durst, der Größe des Topfes und der Temperatur ihrer Umgebung. Wie lange der Wasser-Vorrat reicht, ist also Erfahrungssache. Hier einige Tipps, wie das Gießintervall zu verlängern:
Mehr als "optimal"
Wer seine Pflanzen in Hydrokultur gepflanzt hat, kann die Grenzlinie der Wasserstandanzeige ausnahmsweise über „optimal“ hinaus bis „maximal“ füllen.
Granulat als Wasserspeicher
Einfach etwas Tongranulat unter die Erde mischen: Tongranulat speichert das bis zu 250-fache seines Eigengewichts an Wasser und Nährstoffen und gibt diese als Depotspeicher nach und nach wieder an die Pflanzenwurzeln ab.
Eine Kombination von Erd- und Tongranulat ist das Seramis-System für Topfpflanzen in Erde. Erde wird am "Kern" des Wurzelballens belassen, wenn in das spezielle, poröse Tongranulat gepflanzt wird. Der untere Bereich des Topfes dient als Wasserspeicher. Wasser und gelöste Nährstoffe werden vom Tongranulat zu den Pflanzenwurzeln geleitet. Ein Wasserstandsanzeiger oder ein Gießanzeiger gibt an, wann die Wasserreserven verbraucht sind und gegossen werden muss. Die Wasserspeicherung gilt für alle Zimmerpflanzen und speziell für Orchideen und Hortensien. Weitere Infos unter: www.Seramis.de
Tröpfchenbewässerung
| In den zugeschraubten Deckel einer Plastikwasserflasche mehrere kleine Löcher bohren, den Boden der Flasche herausschneiden und anschließend die mit Wasser gefüllte Flasche kopfüber mit dem Flaschenhals ins Pflanzsubstrat stecken. |
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Auch hier gibt es fertige Bewässerungssysteme, zB. von Gardena
Wasserspeicherkugeln
Eine etwas hübschere Variante sind Glas- oder Schmuckkugeln aus dem Gartenfachhandel, die sich ebenfalls mit Wasser füllen lassen.
Für den Kurztrip eignen sich mit Wasser gefüllte Bewässerungskugeln, die kopfüber in die Erde gesteckt werden und ihren Wasservorrat nach und nach an die durstigen Pflanzen abgeben. Je nach Größe des Gefäßes und Wasserbedarfs der Pflanze müssen unter Umständen mehrere solcher Wasserspeicher verwendet werden. Dies kann man sowohl für Zimmerpflanzen wie Terrassenpflanzen verwenden.
Großmutters “Dochtbewässerungstrick”
Dabei ist die Verwendung eines Wollfadens fast schon ein Klassiker: ein Ende des Fadens wird in die Blumenerde gesteckt, das andere Ende in einen mit Wasser gefüllten Behälter (Eimer, Waschbecken, Badewanne o. ä.) gehängt. Die Wollfäden leiten das Wasser vom Vorratsbehälter zum Topf. Bei großen Töpfen müssen mehrere Fäden verteilt werden. Die Wollfäden werden jeweils vorher angefeuchtet.
Wichtig: Egal aus welchem Material – die Dochte müssen angefeuchtet sein, um das Wasser leiten zu können
Dochtbewässerungssysteme:
Bei dieser Bewässerungsart befindet sich der Wasserspeicher unterhalb des Pflanzgefäßes. Meistens bilden Pflanzgefäß und Wasserspeicher eine optische Einheit.
Dochtmaterialien: Faserbündel aus mikrofeinen Fasern, die eine große Kapillarität besitzen und nicht faulen, insbesondere solche aus Glasfasern.
Gezwirnte 1-mm-Dochte haben den Vorteil einer vergleichsweise großen Oberfläche und damit Kontaktfläche zum Substrat. Für größere Wasserabgabemenge Bündel aus mehreren Dochten. Für Kübel auch geflochtene Faserbündel.
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1. Docht-von-unten-Bewässerung In die Pflanzgefäße von unten eingesteckte Dochte saugen aus einem darunter angeordneten Wassergefäß oder aus einer feuchten Matte Wasser an und geben es über das Substrat an die Pflanzenwurzeln ab. Vorteile: Außer den kostengünstigen Dochten und gegebenenfalls Abstandhaltern keine Zusatzteile. Anwendung: Für Pflanzen in Übertöpfen, auf Wasserschalen, in Ampeln und auf Glasfasermatten. 2. Docht-von-oben-Bewässerung Durch Röhrchen oder Schlauch über den Docht wird die Wasserabgabe des Dochtes an die untere und mittlere Substratschicht verhindert. Erst die in der oberen Substratschicht verteilten oberen Dochtenden befeuchten das Substrat. Vorteile: Gleichmäßigere Substratfeuchte. Anwendung: Wie 1) jedoch bevorzugt für feuchteempfindliche Pflanzen.
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"Handtuchtrick"
Eine andere Möglichkeit der Urlaubsbewässerung ist Moderys "Handtuchtrick": Einfach einen Wäschekorb mit nassen Handtüchern auslegen und die Pflanzen ohne Übertopf darauf stellen. Bis zu 14 Tage ist eine Versorgung mit Feuchtigkeit garantiert.
Mattenbewässerung
Für die Mattenbewässerung eignen sich Plastiktöpfe mit gerade abschließendem Boden, um einen möglichst engen Kontakt mit der Bewässerungsmatte zu haben. Die Töpfe werden auf die Bewässerungsmatte gestellt, die beispielsweise auf einem Gitter mittels Abstandshalter über einem Wasservorratsbehälter fixiert ist. Die Matte befeuchtet sich von selbst, wenn man sie an den Seiten ins Wasser hängen lässt
Das Einfüttern von Tontöpfen in feuchten Sand, Torf, Blumenerde
Zimmerpflanzen, die in Tontöpfen stehen, können samt Topf in obige Materialien bis zum Topfrand eingesenkt werden. Dazu wird eine Wanne zunächst mit dem feuchten Material befüllt und die Töpfe dahinein "gepflanzt". Durch die Wand des Tontopfes findet ein Feuchtigkeitsaustausch mit dem Umgebungsmaterial statt. Wichtig ist, dass die Töpfe nicht direkt im Wasser stehen, sonst sterben die Wurzeln ab. Diese Art der Urlaubsbewässerung überbrückt nur eine kurze Urlaubszeit und ist mit viel Arbeit und Schmutz verbunden.
Zimmerpflanzen ab in den Pool!
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Eine weitere Möglichkeit ist, die Zimmerpflanzen in die Badewanne zu stellen. Dabei bekommt jeder Topf einen Baumwollfaden in den Boden, welche alle in einen etwas höher gestellten Eimer münden. Der Baumwollfaden transportiert automatisch das Wasser aus dem Eimer zu unseren Schützlingen. Diese Variante sollte man allerdings unbedingt vor der Abreise einmal testen. |
Die automatische Gießkanne
Wer sich lieber technische Unterstützung holt, kann bei längerer Abwesenheit auch einen Mini-Transformator mit Zeitschaltuhr (erhältlich im Gartenfachhandel) einsetzen. Dabei versorgen eine Pumpe, Schlauchverteiler und entsprechende Schläuche mehrere Topfpflanzen tröpfchenweise mit unterschiedlichen Wassermengen.
Topf- und Kübelpflanzen sollten während unserer Abwesenheit am besten in eine schattige und windgeschützte Ecke gestellt werden.
Bei aller Vorsorge – nichts geht über die gute Nachbarschaftshilfe bei der Pflanzenpflege. Getreu dem Motto: “eine Blüte pflegt die andere”.
Wer ihn kennt, den Durst, der “schlimmer ist als Heimweh” – und wer kennt ihn nicht – wird gerne für eine gute Urlaubsversorgung seiner Pflanzen sorgen!
Herzlichst, euer Charles
Quelle u.a.: Versuchsanstalt Fachhochschule Weihenstephan